Anwendung und Ziele

Es ist sinnvoll, die Methode in der zweiten Hälfte des Prozesses anzuwenden. Die Gruppe sollte bereits eine gewisse Intimität aufgebaut haben und die Teilnehmer:innen bereit sein, sich zu öffnen. 

Diese Methode setzt eine gewisse Bereitschaft voraus, sich zu zeigen, affektive Erlebnisse zu teilen und sich vom anderen berühren zu lassen.

Sie eignet sich auch sehr gut dazu, einen Tag damit zu beenden.

So geht’s

Bei dieser Übung geht es darum, eine Erfahrung zu verarbeiten und sie mitzuteilen. Die Erfahrung kann mit einer vorherigen Übung in Verbindung stehen (siehe Vorschläge unten) oder mit einem Ereignis außerhalb des „Workshop-Raums“ in deinem persönlichen Leben.

Zu Beginn werden die Teilnehmer:innen gebeten, das Erlebnis, das sie hatten (oder einen wichtigen Moment davon), aufzuschreiben und zu beschreiben. Dabei sollten sie sich darauf konzentrieren, was sie getan, gefühlt, gedacht, sich vorgestellt haben und welche Körperempfindungen sie hatten. 

Es kann sinnvoll sein, dass sie diese verschiedenen Aspekte des Erlebnisses herausstellen, damit sie eine detaillierte Beschreibung des Erlebnisses geben können. 

Fordere die Teilnehmer:innen auf, in der Ich-Perspektive sowie im Präsens zu schreiben: „Ich fühle dies, dann stelle ich mir das vor, und ich tue dies…“. 

Dadurch rufen die Teilnehmer:innen die Erfahrung hervor, fühlen und empfinden sie noch einmal, wenn auch anders, während sie schreiben und sie beschreiben.

Nach dem Schreiben kommen die Teilnehmer:innen mit ihren Texten sitzend im Kreis zusammen. 

Ohne festgelegte Reihenfolge können sie ihren Text oder Teile davon der Gruppe vorlesen. 

Nach dem Vorlesen können die Zuhörer:innen Wörter und Sätze, die sie in irgendeiner Weise berührt haben, „echoen“ und so diese Worte zu demjenigen, der die Erfahrung teilt, zurückspiegeln. 

Das Echo ist mehr als ein bloßes Wiederholen. Wenn du diese Worte zurückspiegelst, dann zeige anhand deiner Ausdrucksweise, wie die Worte dich berührt haben. Mache deinen Redepart zu einer gebenden Geste. Jemand hat etwas von sich selbst mit dir geteilt, und du gibst etwas von dir selbst zurück, indem du diese Worte widerspiegelst.

Die Person, die die Erfahrung geteilt hat, kann eine Geste machen, um anzuzeigen, dass das Echo aufhören soll. In der ursprünglichen Version der Übung (siehe Quellen unten) besteht die Geste darin, die Handfläche der offenen Hand auf den Boden zu legen.

Mögliche Kombinationen

„Ja / Nein“ Positionierungen

Folge dem Affekt

Listening shapes speech

Quellen

Diese Methode kommt aus den „Authentic Movement“-Kursen von Soraya Jorge, an denen ich seit 2018 teilnehme. „Authentic Movement“ wurde von Mary Stark Whitehouse und später von Janet Adler entwickelt. Es besteht darin, dass sich die Teilnehmer:innen mit geschlossenen Augen bewegen, während andere Teilnehmer:innen diese Bewegungen beobachten. In Sorayas Workshops sind das deskriptive Aufschreiben des Erlebnisses und das verbale Mitteilen in der Gruppe zentral, um komplexe und intensive Erfahrungen in Worte zu fassen und eine verkörperte Sprache zu entwickeln. Die hier vorgestellte Echo-Methode ist eindeutig dekontextualisiert von der „Authentic Movement“-Praxis, daher wurden relevante Aspekte davon verändert.